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25.02.2017

NLA: Cupsieg nach 8:7 gegen den HCR und einer verrückten Aufholjagt

Autor: Güngerich Etienne / unihockey.ch

Irgendwie war es in der Berner Wankdorfhalle der Tag der Aufholjagden. Am frühen Morgen verwandelte der UHC Oekingen im Liga-Cupfinal der Frauen ein 7:10 in einen 17:11-Sieg. Wenige Stunden später holte Cevi Gossau bei den Männern einen Drei-Tore-Rückstand 40 Sekunden vor Schluss noch auf und siegte in der Verlängerung. Nur der Frauen-Grossfeldfinal war mit dem 5:0-Sieg von Dietlikon eine klare Sache. Bei den Männern sorgte GC für das grösste Comeback an diesem Tag.

Zuerst erlebten die Zürcher aber ein ungewolltes Déjà-Vu. Ein ziemlich fürchterliches muss man sagen. Wie schon vor einem Jahr verpatzten sie den Start völlig. Nach 20 Minuten führte Winterthur mit 4:1, genau gleich wie Köniz 2016. Doch diesmal sollte der Mannschaft von Luan Misini im Gegensatz zum Vorjahr das glanzvolle Comeback gelingen. Es war bereits über die Hälfte des Spiels absolviert, als Luca Graf mit seinem Treffer zur vermeintlichen Resultatkosmetik von 2:6 die Aufholjagd einläutete. Bis zur zweiten Pause gelangen GC durch Juhola, Cavelti und Julkunen drei weitere Tore. Das Spiel war für das letzte Drittel wieder offen.

Das hätte man in den ersten 30 Minuten kaum für möglich gehalten. Der HCR erwischte einen rekordverdächtigen Blitzstart. Felix Buff, der sich in blendender Form befindet und an diesem Abend drei Tore erzielte, versenkte den Ball bereits zwei Sekunden (!) nach Aufnahme des Spiels in den Maschen. Rolf Kern hatte seine Mannen anscheinend perfekt für das Final-Derby einstellen können. Zwar waren die Winterhurer mit Ball nicht unbedingt die dominantere, dafür aber die physisch und psychisch präsentere Equipe. GC präsentierte sich äusserst fehlerhaft, während Winterhur in den Startminuten brutal effizient agierte. Dazu war Rychenberg auch die breiter besetzte Mannschaft. Alle drei Linien hatten in den Startminuten mindestens ein Tor erzielt - bei GC alle eines kassiert. Dies zwang Coach Misini schon früh dazu, auf zwei Formationen runter zu gehen.

Nicht nur durch diese Massnahme fanden die Hoppers zurück auf die Siegesstrasse. Dafür mussten sie aber bis zur letzten Sekunde kämpfen. Kern agierte in der Schlussphase des Spiels mutig und ersetzte Goalie Gruber schon gut drei Minuten vor Schluss durch einen sechsten Feldspieler. Und auch nach Rüeggers Treffer ins leere Tor kamen die Winterthurer durch einen Sundstedt-Schuss noch einmal heran. GC konnt den Vorsprung aber knapp über die Zeit retten und bleibt damit seinem Cup-Dreijahres-Rhythmus treu. Die letzten Cupsiege GC's stammen aus den Jahren 2011 und 2014. Nun folgte der nächste 2017. Luan Misini hat nun neben dem Meistertitel auch den Cup gewonnen.

Video Interview mit Michael Zürcher


 

Grasshopper Club Zürich - HC Rychenberg Winterthur 8:7 (1:4; 4:2; 3:1)
Sporthalle Wankdorf, Bern. 3'200 Zuschauer. SR Zurbuchen/Wehinger.
Tore: 1. (00:02!) Buff 0:1, 3. Rüegsegger (Koskelainen) 0:2, 6. Hautaniemi (Conrad) 0:3, 14. Buff (Sundstedt/Ausschluss Chr. Meier) 0:4, 15. Chr. Meier 1:4, 21. (20:23) Buff (Borth) 1:5, 25. Hautaniemi (Schaub) 1:6, 33. (32:09) Graf (Zürcher) 2:6, 34. (33:43) Juhola (Rüegger/Ausschluss Gutknecht) 3:6, 35. (34:35) Cavelti (Rüegger) 4:6, 39. Julkunen (Graf/Ausschluss Sundstedt) 5:6, 45. Zürcher (Julkunen) 6:6, 52. Julkunen (Graf) 7:6, 58. (57:20) Rüegger (ins leere Tor) 8:6, 59. (58:18) Sundstedt (Koskelainen) 8:7.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen UHC Dietlikon. keine Strafen.
GC: P. Meier; Ladner, Kaiser; Graf, Müller; Berlinger, Bier; Cavelti, Chr. Meier, Rüegger; Juhola, Zürcher, Julkunen; Steiger, Göldi, Zolliker.
HCR: Gruber; Sundstedt, Wöcke; Podhrasky, Niiranen; Gutknecht, Conrad; Holtz, Borth, Buff; Schwerzmann, Rüegsegger, Koskelainen; Schaub, Grunder, Hautaniemi.