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18.09.2013

NLA: GC will hoch hinaus

Am Freitag (20 Uhr, Olten) startet GC gegen Unihockey Mittelland in die neue Saison. Vieles ist neu bei der NLA-Equipe: Cheftrainer, Ausländer, Assistenz- und Konditionstrainer, junge Schweizer Spieler. Ungestillt ist der Hunger nach Erfolg.

Vielleicht wird es am Anfang für den einen oder anderen ein ungewohntes Bild sein – nach acht Saisons wird nicht mehr Ales Jakubek sein Team mit der Nummer 2 aufs Feld führen sondern der Schwede Eric Björk. Der grossgewachsene Schwede stösst vom amtierenden Meister Falun zu den Stadtzürchern und hat in der Vorbereitung verschiedentlich seine Klasse aufblitzen lassen. «Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln und natürlich auch mit dem Team Erfolg haben», so der 25-jährige. Der physisch starke Verteidiger mit dem satten Schuss bildet zusammen mit den beiden Finnen Sami Saarinen und Timo Johansson das neue Ausländertrio bei den Stadtzürchern. «Eine interessante Mischung», betont der Co-Sportchef Beat Bruderer. Derweil Björk über internationale Erfahrung verfügt, sind die beiden Finnen international bisher weniger in Erscheinung getreten, Saarinen spielte 2007 an der U19-WM. Bruderer ist überzeugt, dass die beiden quirligen Finnen für GC eine Verstärkung darstellen.

Kader verjüngt
Mit Blick auf den Kader fällt auf, dass dieser im Vergleich zum Vorjahr im Altersschnitt verjüngt wurde. Dies hängt zum einen mit dem Rücktritt von einigen arrivierten Spielern zusammen, zum anderen aber auch mit dem Fakt, dass mit Joël Rüegger, Manuel Staub (beide U19-Nati) und Julian Müller gleich drei eigene Junioren in die erste Mannschaft befördert wurden, zudem wechselte der U19-Natispieler Nico Gröbli von der U21 des HC Rychenberg zu GC. Neu bei GC spielen auch die beiden Ustermer Roberto Vizzini und Andreas Honold. Die GC-Ausgabe 2013/14 als verstärkte U21-Auswahl zu bezeichnen würde gleichwohl zu weit führen. Oder in den Worten von Beat Bruderer ausgedrückt: «Wir verfügen über eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, die gemeinsam Erfolg haben wollen.»

Neuer Chef an der Bande
Der wohl grösste Wechsel erfolgte aber an der Bande. Nach drei Jahren bei GC kehrte der schwedische Trainer Magnus Svensson in sein Heimatland zurück und steht fortan bei Helsingborg an der Bande. Er bescherte den Grasshoppers gleich in seiner ersten Saison den Cupsieg, der Titelgewinn hingegen wurde jeweils verpasst (2x Halbfinal, 1x Final). Neu für die Geschicke von GC verantwortlich zeichnet Luan Misini. Der 36-jährige Bieler stand während vielen Jahren in den Diensten von Floorball Köniz (U21 Cheftrainer, NLA-Assistenztrainer) und führte seinen Stammverein Biel-Seeland als Spielertrainer von der 1. Liga in die NLB. «Ich hatte immer das Ziel, in die NLA zurückzukehren», so Misini. Über seine ersten Monate bei GC zieht er ein positives Fazit. «In einer ersten Phase ging es für alle darum, sich kennen zu lernen, zu wissen wer wie funktioniert.» Neu zum Trainerstab stiessen auch der Assistenztrainer Michael Reimann vom UHC Uster und Milan Schmed als Konditionstrainer.

Aufwand bewusst erhöht
Dem neuen Cheftrainer Luan Misini blieb nach seiner Vertragsunterzeichnung im vergangenen Frühjahr nicht viel Zeit für die Planung der neuen Saison. Von einem Kaltstart mag er rückblickend gleichwohl nicht reden. «Vieles war schon aufgegleist, ich musste nur noch die mir wirklich wichtigen Eckpfeiler einschlagen.» Eine dieser Änderungen betraf den Trainingsaufwand – «ich habe ihn bewusst erhöht, um die Quantität zu steigern, vor allem aber auch um an der spielerischen Qualität zu feilen.» Misini zeigt sich grundsätzlich zufrieden mit der Arbeit der Spieler während der Vorbereitung: «Die Spieler haben Gas gegeben und die neuen Ideen gut aufgenommen.» Der 36-jährige Bieler ist sich aber auch bewusst, dass es noch einige Zeit braucht, «bis wir das Unihockey genau so spielen wie ich es mir vorstelle.» Dies manifestierte sich auch in den Testspielen zur neuen Saison: Beim Czech-Open in Prag stiess GC in den Viertelfinal vor und scheiterte dort am SV Wiler-Ersigen. Neben den sechs Spielen in Prag absolvierte das Team vier weitere Testspiele in der heimischen Hardau, wobei gegen Uster (5:4), Grünenmatt (7:4), Rychenberg (9:4) drei Siege und gegen Chur (5:8) eine Niederlage resultierten.

Um den Titel mitspielen
Das Ziel für die kommende Saison? Beat Bruderer gibt sich offensiv: «Entscheidend ist, dass sich das verjünge Team weiterentwickelt. Gleichwohl wollen wir um den Titel mitspielen.» Potential dazu ist ohne Zweifel vorhanden, die Frage ist, wie schnell sich das junge Team weiterentwickelt und ob die Leistungsträger wenn es hart auf hart geht ihr volles Rendement abrufen können. «Erfolg ist nicht immer zu 100 Prozent planbar. Aber wir werden alles daran setzen, am Ende jubeln zu können.»